"Das Geheimnisvolle der Warenform besteht also einfach darin, daß sie den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eignen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen. Durch dies Quidproquo werden die Arbeitsprodukte Waren, sinnlich übersinnliche oder gesellschaftliche Dinge. So stellt sich der Lichteindruck eines Dings auf den Sehnerv nicht als subjektiver Reiz des Sehnervs selbst, sondern als gegenständliche Form eines Dings außerhalb des Auges dar. Aber beim Sehen wird wirklich Licht von einem Ding, dem äußeren Gegenstand, auf ein andres Ding, das Auge, geworfen. Es ist ein physisches Verhältnis zwischen physischen Dingen. Dagegen hat die Warenform und das Wertverhältnis der Arbeitsprodukte, worin sie sich darstellt, mit ihrer physischen Natur und den daraus entspringenden dinglichen Beziehungen absolut nichts zu schaffen. Es ist nur das bestimmte gesellschaftliche Verhältnis der Menschen selbst, welches hier für sie die phantasmagorische Form eines Verhältnisses von Dingen annimmt. Um daher eine Analogie zu finden, müssen wir in die Nebelregion der religiösen Welt flüchten. Hier scheinen die Produkte des menschlichen Kopfes mit eignem Leben begabte, untereinander und mit den Menschen in Verhältnis stehende selbständige Gestalten. So in der Warenwelt die Produkte der menschlichen Hand. Dies nenne ich den Fetischismus, der den Arbeitsprodukten anklebt, sobald sie als Waren produziert werden, und der daher von der Warenproduktion unzertrennlich ist" (MEW 23: 86f).
Im ersten Band des "Kapital" (MEW 23) beschreibt Karl Marx die kapitalistische Produktionsweise. Dabei beginnt er mit der Basiskategorie: der Ware. Im vierten Abschnitt dieses Kapitel "Ware und Geld" kommt er zur Erläuterung des Fetischcharakters der Ware. Der Warenfetisch sorgt dafür, dass die Menschen ihre zwischenmenschlichen Beziehungen als Beziehungen von Dingen und die Beziehung von Dingen als soziale sehen. Die Dinge bekommen ein "natürliches" Leben. Z.b. scheint der Wert eine Eigenschaft von einem Ding zu sein und nicht etwas, das durch die gesellschaftliche bestimmte Form der Produktion -WARENproduktion- erst vom Menschen geschaffen wurde. Der Fetisch kann so gesehen als ein Schleier betrachtet werden, der die Sicht der Gesellschaft verkehrt. Die den Wert schaffenden ArbeiterInnen werden zum scheinbaren "Objekt"(Arbeitskraft), die für das "Subjekt" Ware produzieren. Die WarenproduzentInnen werden von ihren Produkten beherrscht:
„Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, anstatt sie zu kontrollieren” (MEW 23, 89).
Marx bezeichnet den Warenfetischismus deshalb auch als scheinbare Vertauschung von Subjekt und Objekt, als "Quid pro quo". Durch die weiteren Entwicklungsstufen der Warenform, das Geld und das Kapital, wird diese Verkehrung noch verstärkt. Das Kapital z.B. scheint sich wie von selbst zu vermehren. ("Geld arbeitet")
„Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, anstatt sie zu kontrollieren” (MEW 23, 89).
Marx bezeichnet den Warenfetischismus deshalb auch als scheinbare Vertauschung von Subjekt und Objekt, als "Quid pro quo". Durch die weiteren Entwicklungsstufen der Warenform, das Geld und das Kapital, wird diese Verkehrung noch verstärkt. Das Kapital z.B. scheint sich wie von selbst zu vermehren. ("Geld arbeitet")
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