Einheit im Schein
Instrumentelles Verhältnis zu den Massen
Träume brauchen Sicherheit
2.
Hartes Durchgreifen für Ihre Sicherheit
(CDU)
Erfahrungsangebot
Fetischistisches Bewusstsein
„Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, anstatt sie zu kontrollieren” (MEW 23, 89).
Marx bezeichnet den Warenfetischismus deshalb auch als scheinbare Vertauschung von Subjekt und Objekt, als "Quid pro quo". Durch die weiteren Entwicklungsstufen der Warenform, das Geld und das Kapital, wird diese Verkehrung noch verstärkt. Das Kapital z.B. scheint sich wie von selbst zu vermehren. ("Geld arbeitet")
Produktivkraftentwicklung
Inhalt der Phantasie
Tatsächliche Verhältnisse (die elendigen Bedingungen im Kapitalismus) werden mit Phantasien erklärt. Der potentiell systemtranszendierende Prozess endet im Wahn.
Zum Zusammenhang von verkürzter Kapitalismuskritik, Nationalsozialismus und Antisemitismus: Postone, Moishe: Nationalsozialismus und Antisemitismus

Angesichts der Ergänzung zu der Malerei von Pia Lux und der vorkapitalistischen Aktualität dieser Phantasie schien mir das Bild nicht mehr sehr passend.
Industrie
Da der Kapitalismus dieses Bedürfnis nicht befriedigen kann, liegt der Phantasie, die es ausdrückt auch das Potential inne das System zu transzendieren.
Verblendung
"Freiheiiiiiiiiiiiiiit!"
Quelle:
Internetauftritt von Reload your Mind - Delete the System. Teil des Motivs "Individualität"
Trotz scheinbar matreiell freier Situation (Freeclimbing) bleibt der Mensch Zwängen unterworfen, die für ihn auch im Alltag nicht sichtbar sind. Die Fokussierung auf materiellen "Wohlstand" zeigt aber gerade dort eine verblendende Wirkung. Sie hält einerseits den Glauben an "Geld/Besitz macht glücklich" (damit auch an das nicht einlösbare Versprechen auf die Erfüllung von Bedürfnissen INNERHALB des Kapitalismus) in immer subtileren Formen aufrecht und reproduziert andererseits die grundsätzliche Vorstellung, dass Dinge wichtig sind, Konkurrenz naturbedingt ist und das System nur unterdrückend ist für die, die scheinbar die Verlierer sind (Arbeiter, Arme, Arbeitslose) nicht aber für die "da oben". Dabei kann nicht gesehen werden, dass die Herrschenden auch vom System beherrscht werden (vgl. Adorno: GS 8, 325).
Loslösung
Abstraktion
Ergebnis
Das Resultat des zu Geltung kommenden Ausdrucksbedürfnisses in Rostock-Lichtenhagen war nur durch bloßen Zufall nicht tödlich. Die Pogrome gegen "Asylbewerberheime" zu Beginn der 90er Jahre, allen voran der von Rostock-Lichtenhagen (hunderte Anwohner applaudierten dem drei Tage lang wütenden braunen Mob und legten selbst Hand an) als Ausdruck der Frustration angesichts der eigenen Lage, der Wirkmächtigkeit von Ideologien (verkehrten Bewusstseinsformen) wie der des Rassismus und Nationalismus. Rostock-Lichtenhagen als beispiel für die Gefahr, die von einem ungehinderten Ausleben des Ausdrucksbedürfnisses unter den aktuellen Bedingungen ausgeht. Die verblendete Masse hat gerade in Deutschland schon des öfteren in der Geschichte mörderische Formen gefunden sich auszudrücken.
So lange verkehrtes Bewusstsein und Kapitalismus (und Deutschtum) diese Gesellschaft prägen ist es positiv zu sehen, dass, wenn auch nur sporadisch und bürgerlich, ein solcher Ausdruck verkehrten Bewusstseins verhindert wird.
Formen
Einseitigkeit der Kommunikation
„Nicht als Vehikel eines Inhalts, sondern durch die Form und Operation selbst induzieren die Medien ein gesellschaftliches Verhältnis, und dieses Verhältnis ist keines der Ausbeutung, sondern ein Verhältnis der Abstraktheit, der Abtrennung und Abschaffung des Tauschs. [...] Die Massenmedien sind dadurch charakterisiert, [...] daß sie Nicht-Kommunikation fabrizieren. [...] Die Medien sind dasjenige, welche Antwort für immer untersagt [...]. Darin liegt ihre Abstraktheit. Und in dieser Abstraktheit gründet das System der sozialen Kontrolle und der Macht“ (Baudrillard 1972: 283f.).
Im klassischen Kommunikationsmodell von Sender - Botschaft - Empfänger drückt sich „ein bestimmter Typ von gesellschaftlichem Verhältnis“ (Ebd.: 292) aus. Die Distanz der beiden künstlich getrennten Terme Sender und Empfänger wird ausgeglichen „durch den vollen und verselbstständigten ‚Wert’ der Botschaft (tatsächlich also durch ihren Tauschwert)“ (Ebd.: 292). So wird die Beziehung der Menschen untereinander, durch die Botschaft vermittelt, zu der sie sich als Einzelne beziehen.
Schon die Formel von Kommunikation „als bloße(n) Sendung/Empfang einer Information [..., die] wie in einem verkleinerten Modell einen perfekten Aufriß des gesellschaftlichen Tauschs“ (Baudrillard 1972: 284, 293) gibt, ist die Reproduktion des Bestehenden. Es ist die Form der Medien, „die sie, in welchen Kontexten auch immer, unausweichlich mit dem Machtsystem solidarisiert“ (Baudrillard 1972: 287).
Projektion
Geheul für de Sade
»Geheul für Sade« als Film/Situation löst sich von jeglicher Form der filmischen Repräsentation und führt statt dessen die filmische Apparatur, das Dispositiv und den Prozeß der filmischen Darbietung und Wahrnehmung (in seiner Negation) selbst vor. Debords ‘Antikonzept’ eines Films war als filmisches Produkt überhaupt nicht mehr existent, es konstituierte sich erst mit und ausschließlich während seiner Vorführung. Das Publikum hatte bei der Vorführung am 30.5.1952 im Pariser ‚Kinoklub der Avantgard‘ somit Gelegenheit zur Antwort (die sich in lautstarkem Protest äußerte) oder zu anderen Aktivitäten in der konkreten Situation. Der Zuschauer wurde auf den aktuellen Präsentationskontext, den Vorgang seiner Konstitution in der Zeit, die als Realzeit wahrgenommen wird, und letztlich auf sich selbst zurückgeworfen. Abstraktion schlägt hier um in Selbstrepräsentation, an die Stelle der Repräsentation tritt die Wirklichkeit selbst.
Ein solcher Anti-Film wirkt nicht durch den kritischen Inhalt (wie z.B. das Verlesen eines Manifestes) sondern, durch die Herstellung eines Bruchs mit dem Medium und der unmittelbaren verbindung der menschen mit der Situation in der sie sich tatsächlich befinden. Dieser Bruch eröffnet Raum zur Reflexion und Kritik der Situation, ist jedoch keine Kritik der Situation selbst, keine Revolution. Debord betont dies immer wieder. Es geht den Situationisten um eine Ent-Täuschung im doppelten Sinne: Nicht nur die täuschenden und getäuschten Vorstellungen durch den falschen Schein, den die herrschenden Öffentlichkeiten (bei Debord ist es das "Spektakel"), wirkmächtig präsentiert und aufrechterhält, sondern auch jene Vorstellungen zur Überwindung des herrschenden Zustands, die illusionär, unzugänglich und in den systemimmanenten Formen verhaften bleiben.
Mehr zu Debord und der Situationistischen Internationale (SI):
- Baumeister, Biene und Negator, Zwi (2005): Situationistische Revolutionstheorie. Vol. I und II. Schmetterling Verlag. www.theorie.org (sehr empfehlenswerte Einführung)
- Debord, Guy: "Die Gesellschaft des Spektakels", eine der zentralsten Schriften der SI
- alle Texte der SI (englisch), Auswahl (deutsch)
Scheinwerfer werfen!
Abstrakte Arbeit
Tote Arbeit
Nicht nur Fließbandarbeit oder Handwerk sind tote Arbeit. Tote Arbeit ist diejenige, welche wertschaffend ist, welche dem Zwecke der Mehrwertproduktion dient - unabhängig von Leid und Lust der sie verrichtenden ArbeiterInnen.
"Von dem Augenblicke, wo er in die Werkstätte des Kapitalisten trat, gehörte der Gebrauchswert seiner Arbeitskraft, also ihr Gebrauch, die Arbeit, dem Kapitalisten. Der Kapitalist hat durch den Kauf der Arbeitskraft die Arbeit selbst als lebendigen Gärungsstoff den toten ihm gleichfalls gehörigen Bildungselementen des Produkts einverleibt. Von seinem Standpunkt ist der Arbeitsprozeß nur die Konsumtion der von ihm gekauften Ware Arbeitskraft, die er jedoch nur konsumieren kann, indem er ihr Produktionsmittel zusetzt. Der Arbeitsprozeß ist ein Prozeß zwischen Dingen, die der Kapitalist gekauft hat, zwischen ihm gehörigen Dingen. Das Produkt dieses Prozesses gehört ihm daher ganz ebensosehr als das Produkt des Gärungsprozesses in seinem Weinkeller" (MEW 23: 200).
„Indem der Kapitalist Geld in Waren verwandelt, die als Stoffbildner eines neuen Produkts oder als Faktoren des Arbeitsprozesses dienen, indem er ihrer toten Gegenständlichkeit lebendige Arbeitskraft einverleibt, verwandelt er Wert, vergangne, vergegenständlichte, tote Arbeit in Kapital, sich selbst verwertenden Wert, ein beseeltes Ungeheuer, das zu "arbeiten" beginnt, als hätt' es Lieb' im Leibe“ (MEW 23: 209).
Versagen der Balance-Ökonomie
"Als Karōshi (jap. 過労死, Über-Arbeiten-Tod = Tod durch Überarbeiten) bezeichnet man in Japan einen plötzlichen berufsbezogenen Tod. Todesursache ist meist ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. [...] Als Ursache für die Karōshi-Fälle gilt der rasante wirtschaftliche Aufstieg Japans nach dem Zweiten Weltkrieg. Mittlerweile ist anerkannt, dass Arbeitnehmer nicht über Jahre hinweg sechs bis sieben Tage pro Woche mehr als zwölf Stunden täglich arbeiten können, ohne körperlich und geistig darunter zu leiden ..." (Wikipedia 2008).


